Kurz notiert


Diese Seite bringt es auf den Punkt - aktuelle Informationen rund um den Wald, die Natur und was micht bewegt.

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Juli 2018


Hitze- und Trockenheitsstress für unseren Wald

 

Es gibt einen "Dürremonitor für Deutschland". Dort wird der Zustand des Bodens in 5 Trockenklassen dargestellt - die mittlere Tiefe des Bodens liegt dabei bei 1,80 Meter. Und schaut man den derzeitigen Zustand an, dann sieht man, wie weite Teile Deutschlands extrem unter der Trockenheit leiden. Besorgnis insbesondere bei den Bauern - so sind zum Beispiel vier bis fünf Schnitte in einem normalen Jahr üblich, um Heu und Stroh zu erwirtschaften - in diesem Jahr reichte es bislang nur für zwei Schnitte.

Zumindest die Honigerträge sind dieses Jahr besser als letztes Jahr: "Sie liegen sogar über dem langjährigen Durchschnitt“, sagt Jürgen Frühling vom niedersächsischen Imkerverband. Allerdings hätten auch die Bienen die hohen Temperaturen zu spüren bekommen, denn die Blütezeit der Trachtpflanzen, die viel Nektar und Pollen tragen, sei rasch und intensiv verlaufen.

 

Bäume verdursten

 

Wie sieht es da nun mit unserem Wald aus? Von der extrem hohen Waldbrandgefahr hat ja nun sicher schon jeder gehört. Doch was machen die einzelnen Bäume, wenn das Wasser zu ihren "Füßen" knapp wird? Wenn der Boden austrocknet, verlieren die Bäume ihre Fähigkeit, Wasser in Blätter und Baumkrone zu transportieren. Es wird für den Baum immer schwerer aus dem Boden Wasser nach oben zu pumpen. Zur Folge kann das haben, dass der Baum vertrocknet. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena haben festgestellt, dass irgendwann der Druck in der "Baumpumpe" so tief gesunken ist, dass das Wasser gasförmig wird. Es bilden sich Gasblasen, die den Wassertransport hemmen. Wenn weniger als 40 % des Leitgewebes im Baum Wasser transportieren kann, dann verdurstet der Baum und er kann, wenn das lange anhält, sterben.

Bäume verhungern auch durch Trockenheit

 

Bäume haben eine - grundsätzlich - gute Überlebensstrategie bei Hitze: Sie schließen bestimmte Zellen und verhindern, dass zu viel Wasser verdunstet. Das führt allerdings dazu, dass sie weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen können. Dadurch aber hungern die Bäume und je nachdem wie lange dieser Zustand anhält, können sie auch "verhungern".

 

Wer es nochmal wissenschaftlich nachlesen will, findet hier einen Artikel aus dem Jahr 2017:

Hitzestress tötet Bäume von MDR Wissen

 

Wenn auch dir die Hitze zu viel wird, so findest du derzeit im Wald immer noch ein angenehmes Klima - also ab in den Wald :)

 

 

Unter jedem Schritt ist besonders im alten Laub die Trockenheit zu spüren ...


Juni 2018


Weltrekord der größten Baumpflanzung

 

Was es alles gibt - wer hätte das gedacht: einen Weltrekord der gößten Baumpflanzung. Ja das gibt es: er wird seit 1 1/2 Jahren von Indien gehalten. Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh haben mehr als 1,5 Millionen freiwillige Menschen, aus allen Bevölkerungsschichten von der Hausfrau bis zum Regierungsvertreter, über 66 Millionen junge Bäume gepflanzt. Innerhalb eines einzigen Tages! Die Aktion richtete sich im Rahmen der Paris Climate Change Conference gegen die globale Erwärmung. Im Abkommen, das Indien am Earth Day 2016 unterzeichnete, verpflichtet sich Indien insgesamt 6 Milliarden US-Dollar aufzubringen, um 12 Prozent der Landesfläche aufzuforsten. Bis 2030 sollen 29 Prozent des Landes beforstet sein (man schätzt, dass es derzeit ca. 24 % Waldfläche sind).

 

Indien produziert weltweit mit die meisten Treibhausgase - nun strebt Indien eine Vorreiterrolle gegen die globale Erwärmung an. Und macht in letzter Zeit durch besondere Umweltschutzmaßnahmen auf sich aufmerksam. So hat seit Anfang 2018 Indiens Hauptstadt Neu Delhi alle Arten von Einwegplastik verboten.

 

Weiter so :)


Mai 2018


Freiheit für die Füße !

 

Endlich: Sommer :)

 

Höchste Zeit den Füßen wieder einmal etwas Freiheit zu schenken.

Schon Pfarrer Sebstian Kneipp sagt zum Barfußgehen: " Der Anfang der Abhärtung bleibt immer das Barfußgehen. Es gewöhnt unserer Natur (den Körper) am meisten an die Erde".

Schön hat es das gesagt - und wo kannst du nun das Barfußgehen ausprobieren? Natürlich im Wald. Hierzu findest du in meinem Buch "Waldbaden" eine Einladung. Das "Barfuß-Waldbad" (Seite 88): Kurz gesagt: Schuhe ausziehen und einfach losgehen, die Fußsohlen wieder spüren (wusstest du, dass du in den Füßen mehr Sinneszellen hast als im Gesicht?!), die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit ertasten, die immer tiefender werdende Verbindung mit der Erde wahrnehmen. Am Ende - nach deinem Barfuß-Waldbad - stelle oder setze dich hin, spüre in deine Fußsohlen, wie fühlen sie sich nun an, wie fühlt sich dein ganzer Körper an ... das ist pulsierende Leben.

 

Bitte beachten: Diabetiker, Menschen mit Gefäßerkrankungen oder mit einem gestörten Schmerzempfinden sollten auf das Barfußlaufen im Wald verzichten.

 

Besondere Barfußwege:

  • Der Barfußpfad in Bad Sobernheim: Ein 3.500 Meter langer Rundweg, der mit einem Lehmstampfbecken beginnt.
    Auf der Webseite kann man lesen, dass schon der "Lehmpastor" Emanuel Felke (1856 – 1926) seinen Patienten das Barfußlaufen kombiniert mit Lehmbädern in Heilerde empfohlen hat. Hier findest du die Bechreibung des Barfußpfades, der ab 1. Mai wieder geöffnet hat Barfußpfad Bad Sobernheim
  • Den Barfußpfad am Hohen Meißner bin ich schon mit viel Spüren und Freude gegangen. Er ist 1.500 Meter lang und sehr liebevoll gebaut. Anfang und Ende des Pfades ist am Jugenddorf Hoher Meißner, wo man sich auch sehr gut im Restaurant stärken. Der Blick von der Terrasse ist einmalig. Hier geht es zum Barfußpfad am Jugenddorf Hoher Meißner
  • Der Barfußpfad in Bad Schwalbach ist ein Kneipp-Barfußpfad und führt durch ein Moorbecken (klar, Bad Schwalbach steht für Moorkuren). Im anschließenden Bachbett werden die Füße wieder sauber. Der Barfußpfad grenzt an den Kurpark (dieses Jahr am Landesgartenschaugelände). Hier geht es zum Kneipp-Barfußpfad
  • Barfußpfade in Deutschland und angrenzenden Ländern: Noch mehr Barfußpfade findest du hier: Barfußpfade