Stadtbäume und Baumapotheke (Inklusive Veranstaltung)


Wir wollen GEMEINSAM barrierefrei die Natur entdecken 

 

Datum: 29. August 2026

Zeit: 10:30 - 12:00 Uhr

Ort: Park Pfingstweide

Treffpunkt: Parkeingang gegenüber des Krankenhauses Hofheim, Lindenstraße 10

Anmeldung siehe unten über den BUND Hofheim

Inklusive Veranstaltung in Kooperation mit dem Inklusionsbeirat Hofheim und dem BUND Hofheim

 

Unsere Stadtbäume leisten einen unschätzbaren Beitrag für das Klima in Hofheim und sind gleichzeitig faszinierende Lebewesen mit einer eigenen „Apotheke“. Bei diesem besonderen Rundgang nehmen wir die Bäume in unserer direkten Umgebung genauer unter die Lupe: Welche Heilkräfte und Geheimnisse stecken in ihren Blättern, Rinden und Früchten? Und wie können wir unsere grünen Nachbarn im urbanen Raum besser schützen?

 

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Inklusionsbeirat der Kreisstadt Hofheim am Taunus statt. 

Es ist uns ein besonderes Anliegen, Naturerlebnisse für alle Menschen zugänglich zu machen. Die Route wird so gewählt, dass sie für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen (z. B. Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen) gut geeignet und barrierefrei ist. 

Die Gehstrecke wird kleiner als 500 Meter sein.

Bringen Sie gerne Ihre Fragen, Neugier und – falls vorhanden – eine Lupe mit!

Bitte teilen Sie uns mit, ob sie einen Stuhl benötigen, wir werden an verschiedenen Stellen im Park verweilen.

Anmeldung und Auskunft: BUND Hofheim


Die Pfingstweide in Hofheim:

Sie ist der schönste Park in Hofheim - und liegt genau gegenüber des Eingangs zum Krankenhaus (deshalb auch bekannt unter Krankenhauspark).

 

Pfingstweide ist ein alter Flurname - zu Pfingsten wurden die Kühe auf die Weide gebracht.

Nach dem 1. Weltkrieg gab es auf der Pfingstweide Schreibergärten. Ab den 1960er Jahren wurde begonnen Gehölze anzupflanzen.

Besonders der exotische Baumbestand ist wirklich erstaunlich  und bietet viel Schatten im Sommer.

An der Pforte des Krankenhauses gibt es sogar einen Flyer, der die Bäume beschreibt: "Botanischer Spaziergang auf der Pfingstweide" heißt er und wurde von Heribert von Esebeck (zu Lebzeiten Botaniker und leitender Mitarbeiter im Palmengarten, er ist 2013 im Alter von 100 Jahren verstorben) erstellt. Es gibt darin einen Parkplan mit den Nummern der beschriebenen Bäume, sodass man sie gut findet.

 

Wir werden bei unserem inklusiven Spaziergang auf jeden Fall die wunderschön ausladende Hänge-Buche besuchen und unter ihr im Schatten dem fröhlich dahinfließenden Bachlauf lauschen. Die Fagus sylvatica pendula ist eine Zierform unserer allseits bekannten Rotbuche. Die Seitenäste der Hängebuche biegen vom Stamm mehr oder weniger waagerecht bis bogig zur Seite ab. Die Zweige hängen dann bis zum Boden herab - deshalb können wir uns darin so gut verstecken (auch mit Rollator oder Rollstuhl).

 

Gleich nebenan wächst eine riesige Kaukasische Flügelnuss, die wir dann in Augenschein nehmen. Die Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia) ist ein Walnussgewächs. Sie wächst aber oft in Parks und gedeiht dort prächtig. Auffallend sind ihre langen Fruchtketten. Ihr Holz ist eines der wertvollsten Funierhölzer und wird gerne in der Möbelherstellung verwendet. Die Baumapotheke sagt hier eher "Nein", denn wenn man die Blätter zerreibt werden Glykoside und Hydroxyjuglon freigesetzt, die giftig wirken und früher zur und Fischjagd eingesetzt wurden.

Stadtbaum / Zukunftsbaum? Die Flügelnuss bekommt kaum Krankheiten und Schädlinge. Durch Bitterstoffe in den Blättern kann sich diese sehr gut wehren. Zudem kommen Flügelnussbäume mit allen Böden gut zurecht, sogar mit zeitweisen Überschwemmungen! Die Kaukasische Flügelnuss ist derart robust, dass diese sogar industrie- und stadtklimafest ist. Sie kann auch hervorragend als Straßenbaum oder Alleebaum eingesetzt werden. Sie kommt sowohl mit schattigen, als auch mit vollsonnigen Standorten zurecht. Sie lässt sich hervorragend mit anderen Baumarten mischen und ist dank der kräftigen Wurzel auch sturmfest!

 

Natürlich fällt unser Blick auch auf den Riesen-MammutbaumSequoiadendron giganteum. Der lateinische Zusatz "Giganteum" sagt ja schon alles aus. Gigantisch steht er da. Besonders sind die Zapfen, die lange am Baum verbleiben und die Samen meist erst bei Austrocknung oder nach starker Hitzeeinwirkung (Waldbrand) entlassen. Nach Waldbränden herrschen besonders gute Keim- und Wachstumsbedingungen: der für die Keimung wichtige Mineralboden ist freigelegt und die Lichtbedingungen sind sehr günstig, weil das Unterholz verbrannt ist. Die Borke ist jedoch gut gegen Waldbrände geschützt.

 

Und an den Ebereschen werden wir aufklären, dass man die Früchte sehr wohl essen kann und dass die Annahme, dass sie giftig sind, nicht ganz korrekt ist. Die Beeren enthalten zwar Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Durch Fröste oder auch durchs Kochen wird diese jedoch zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist. 

Ebereschen sind ökologisch besonders wertvoll und sollten im städtischen Raum nicht fehlen. Sie passen von ihrer Größe her auch gut in Gärten und erfreuen im Frühjahr mit einer leuchtend-weißen Blüte.